Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

49

„Du beabſichtigſt eine Verbindung Anna's mit dem Brandach“— unterbrach ihn die Generalin ſchnell— „und dieſe Verbindung gehört in die Kategorie, die ich meine.“

„Ich kann von meinem Rollſtuhle aus die Zuſtände nicht mehr überſchauen und kann nicht wiſſen, was ge⸗ ſchehen muß und was nicht. Ueberdies biſt Du Familien⸗ haupt, biſt mir für Deine Handlungen nicht verantwort⸗ lich und weißt ſo gut als ich, was Du der Ehre des Hauſes ſchuldig biſt. Du haſt dieſe Verbindung für nöthig erkannt, und ich habe mich nicht nur ohne Widerſpruch der Verlobung gefügt, ſondern Anna ſelbſt in der Befol⸗ gung des väterlichen Willens befeſtigt. Ich füge mich auch heute, wo Du kamſt, mir die nahe Verheiratung anzu⸗ zeigen— billigen aber werde ich ſie deßhalb niemals!“

„Frieda, Du biſt noch immer der alte Feuerkopf, das Alter ſcheint Dich nur noch eiſerner zu ma⸗

en

„Ach, Bruder, verſchone mich— und bleib' bei der Sache, wenn Du mir noch etwas ſagen wollteſt.“

„Wie Du willſt. Du haſt mir als Familienhaupt einen Vorwurf gemacht, der Dir, dem älteſten Gliede des Hauſes, wohl zuſteht, und ich werde mich zu rechtfer⸗ tigen verſuchen. Um dieſes zu können, muß ich Dir, ſo

muangenehm und ſchmerzlich mir es auch iſt, zuerſt einen Ehre., 4