wird Ihnen recht gern ihren Rath geben, wenn ſie's kann.“
Ftau Wendt, denn ſie war es, die ſich wirklich in früher Morgenſtunde aufgemacht hatte, und nun eben im Parke angelangt war, um ihren Bruder zu ſuchen. Frau Wendt berührte ſcheu die dargereichte Hand des Fräuleins und wollte ſie an die Lippen ziehen; Anna duldete das aber nicht, ſondern zog die Alte nach einer Ruhebank hin..
„So, Frau Wendt, nun ſetzen Sie ſich, denn Sie werden müde ſein von dem langen Wege, und meine Tante hat oben Beſuch, da können Sie ſie doch augenblicklich nicht ſprechen. Ruhen Sie ſich erſt bei mir ein wenig aus, und wenn ich den Ernſt erblicke, ſoll er uns einige Früchte bringen, denn hungrig ſind Sie auch wohl geworden?“
Frau Wendt war ganz entſetzt über die Freund⸗ lichkeit des gnädigen Fräuleins, die nach ihrer einfachen Anſicht ſo hoch und erhaben ſtehen mußte; ſie wagte kaum ſich niederzuſetzen und blickte verlegen zu Boden.
„Was wollen Sie denn mit Tante Frieda be⸗ ſprechen, Frau Wendt,“ frug Alma darauf mit leicht er⸗ klärlicher Neugierde,„betrifft es den Ernſt,— oder iſt es ein Geheimniß?“—
„Ach um Gott, wie könnte ich vor dem gnädigen


