ſchlafen wolle, mit der Zeit, die es geboren und der es angehört hatte in ſeinem Glanze!
Der Freiherr hatte ſein Pferd einen Augenblick angehalten, und auch ihm drängte ſich dieſer Gedanke auf, dem er lange nachſann.
Der ſchweißende Braune ließ ſich die Friſt wohl gefallen, und ſtand unbeweglich, anſcheinend eben ſo
nachdenklich als ſein Reiter. Plötzlich aber zuckte dieſer auf, zog den Zügel
ſtraff, und dahin ging's von Neuem im eiligen Trabe! „Nichts!— Dieſes Glück iſt uns Allen nicht egönnt! Wir ruhten wohl gern mit der alten guten Zeit, aber wir ſollen den Verfall erleben und einſam ſtehen, wie alte Ruinen zwiſchen Trümmern, auf denen junges Unkraut wuchert.— Unkraut, nichts als Unkraut, dieſe Neuerungen; ſie allein ſind unſer Ruin und tragen uns zu Grabe, noch ehe wir geſtorben ſind.“ Ein unendlich bitterer Ansdruck ſpielte um ſeine ſcharfgekniffenen Lippen, und mißmuthig gab er dem Pferde die Sporen, das wenige Minuten ſpäter mit ihm in den Schloßhof flog, wo ihm Anna mit einem Jubelrufe entgegenſtürzte.
Sie hatte eben in den Park gehen wollen, als ſie durch das Schloßthor den nahenden Reiter erblickte.


