Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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8do ſchieden die beiden Gatten mit vollem ge⸗ preßten Herzen, kalt und anſcheinend theilnahmlos von einander, weil ſie ihrem Gefühle nicht den Stolz un⸗ terordnen konnten,— und ſich ſelber nicht geſtehen mochten,— welche Qualen ihre Bruſt verzehrten.

Hin war die Zärtlichkeit früherer Jahre, die wie ein lichtes Himmelsband die ganze Familie umſchlun⸗ gen hatte; die Sorgen ſich einander ſelber zu ver⸗ bergen, entfremdete die Herzen und raubte ihnen in der Bedrängniß auch den D oſt getheilten Schmerzes.

Der Freiherr brach ſogleich auf. Trübe Ahnungen ängſtigten ſeine Seele fort und fort, und es war, als ob er durch verdoppelte Schnelle dem drohenden Ver⸗ hängniſſe enteilen wollte. Kaum eine Viertelſtunde ſpäter, nachdem er aus dem Gemache ſeiner Gemalin getreten war, trabte er auf ſeinem treuen Thiere bereits die Allee hinunter, während die Freifrau oben am Fenſter des Thurmzimmers ſtand und ihm lange, lange nachſchaute, ſo lange noch eine Spur des Reiters zu entdecken war.

Jetzt, allein mit ſich und ihrem Schmerze, ein⸗ geſchloſſen in das einſame Thurmzimmer, wo Niemand ſie ſehen, Niemand lauſchen konnte, fand ſie Thränen der Erleichterung, weinte ſie und klagte über ihr un⸗ ſeliges Geſchick, deſſen Schwere die Schwingen ihrer