hülflos das Schloß der Harder's verlaſſen und in die Welt hinabſteigen, wo Arbeit und Mühe als Loſung gilt, in die Welt— mit der ſie nie etwas gemein gehabt hatte, auf die ſie herabgeſchaut aus ihrem ſtolzen Schloſſe, mit Mitleid nur— und ſouveräner Ver⸗ achtung.
Das war ja leider auch der Grundſatz der Frei⸗ frau— und ihm emtſagen ſollen, däuchte ihr ſchmäh⸗ licher als der Tod.
So zitterten die beiden Alten bei jedem Luftzuge, und ihr Daſein war eine fortgeſetzte Qual, die nur die beſchleunigte Verheiratung Anna's enden konnte.
Durfte man aber bei dem leidenden Zuſtande der⸗ ſelben daran denken?— Durften die Eltern, die um ihres Hauſes willen ſchon das ſchwerſte Opfer von ih⸗ rem Kinde verlangt hatten, jetzt auch das Leben desſel⸗ ben auf das Spiel ſetzen?—
Und doch die Noth wuchs immer mehr, der Frei⸗ herr verzehrte ſich in innerer Qual— und endlich— endlich überwand er ſich, zu ſprechen. Er hatte eine un⸗ ruhige ſorgenvolle Nacht zugebracht, und die dicken Herbſinebel, die am Morgen das Schloß umſchleierten und es zum düſtern Gefängniß nlachten, aus dem man nicht einmal hinausblicken konnte, um an der freien Na⸗


