Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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Frieda aufgeſchlagen, um ſo mehr, da dieſe alte Dame nur wenn Anna bei ihr war, noch glücklich ſein zu kön⸗ nen ſchien. Jetzt, wo ſie auf dem Stammſchloſſe einſam und allein wohnten, konnte Niemand dem alternden Freiherrenpaare die Veranſtaltung von Feſtlichkeiten zumuthen, von denen ſie nichts hatten als Mühe und Unbequemlichkeiten— Störungen, die dem Alter bei vorgerückten Jahren immer unangenehmer werden.

Doch trotz dieſer geſchickten Arrangements und der dadurch erzielten Erſparniſſe wurden die Verhältniſſe nur verwirrter, die Late des Freiherrn immer krieiſcher, und ein e nziger unvorhergeſehener Windſtoß konnte der lauernden Welt die Calamitäten des Freiherrnhauſes enthüllen, und die Ehre desſelben unwiderruflich ge⸗ fährden.

Und die Ehre— dieſe äußere Ehre ſeines Hauſes war ja der empfindlichſte Punkt, die tödtliche Stelle des Freiherrn. Sie zu bewahren hatte er durch ſein ganzes Leben gerungen, ihr keinen Flecken anhaften zu laſſen und dem alten Glanze und Rufe ſeines Hauſes kein Dementi zu geben, hatte er mit Mühfal und unſäglichen Beſchwerden gekämpft, hatte er den ganzen Kelch ent⸗ ſchwindenden Glanzes bis zur Neige gekoſtet,— nur um den Schein zu wahren.

Noch hielt ſein Name, ſeine unbefleckte Ehre und