Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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ihr Gotteswort, und aus keiner andern Ouelle je hat ſchöpfen können; aber auch Dein Vergehen war ja das der Liebe, auch Du haſt gefehlt aus Liebe ſollte nicht auch Dir vergeben werden, wenn Du glaubſt?

Marie antwortete nicht. Ihre Augen ruhten auf dem Kinde, das ſeine Flaſche glücklich geleert hatte und, nun geſättigt, mit den großen Augen zu der Großmutter aufblickte. Sie fühlte wohl die Wahrheit in den Worten der Mutter, doch konnte ſie noch immer die Bitterkeit des Schmerzes nicht überwinden und die Freudigkeit des Glaubens nicht erringen.

Das iſt das Unglück ſo vieler tiefgebeugter Ge⸗ müther, daß ſie das Vertrauen verlieren auf die Gnade deſſen, der von ſich ſelber ſagt,ich bin die Liebe! Daß ſie aus Furcht und Zagen in der Nacht des Vorhofes verweilen, weil ſie kein hochzeitlich' Gewand haben, und ſich ſcheuen mit dem Büßerkittel einzutreten in die heiligen Räume.

Und doch ſollen die Reuigen, die Verlorenen, welche da wiederkehren, die am freudigſten Begrüßten ſein, denn dem verlorenen Sohne ward ein Kalb ge⸗ ſchlachtet, als er reuig das Vaterhaus ſuchte, und im Himmel iſt mehr Freude über eine Seele, die verirrt