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Leute iſt. Aber in der heiligen Schrift, da ſteht es, wie der Heiland Allen vergeben hat, die mühſelig und ſchuldbeladen zu ihm kamen und gläubig aufſchauten zu ſeiner Gnade.“
„Mutter, nein, nein, mir kann Niemand helſen, ſeitdem er mich verlaſſen, dem ich Alles geopfert habe. Ich liebe ihn nicht mehr, ich haſſe ihn auch nicht, ich verachte ihn nur, ſeitdem ich ihn erkannt habe; aber im Herzen da iſt es leer und öde, meines Lebens Sterne ſind erloſchen mit meinem Glauben, und meine Hoffnung iſt gebrochen für immer. Mir hilft nur noch der Tod!“
„Herr, höre ſie nicht, ſie weiß nicht was ſie thut,“ rief die Mutter angſtvoll,„Marie, unglückliches Kind, fürchte doch das Sündige ſolcher Wünſche! denn was Du bis jetzt gefehlt haſt, wird Dir vergeben werden, iſt Dir vergeben ſchon von Jedem, der edel denkt. Das hat Dir ja auch die ſchöne Herrin in der Reſi⸗ denz bereits geſagt, die Dich ſo liebevoll getröſtet und aufgerichtet hat in Deinem Unglück; Deinen Unglauben aber wird man Dir behalten müſſen. Denke an die Samariterin, welcher der Heiland vergab um ihres Glaubens willen; denke an die büßende Magdalena, der viel vergeben wurde, weil ſie ſo viel geliebt. Ich
bin ja nur eine einfache Frau, die nichts kennt als Ehre. 1I. 2
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