Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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Haus, aus dem die klagenden Töne einer Kinderſtimme erſchollen.

Auch die Kranke war bereits davon erwacht, hatte ſich auf dem Lager emporgerichtet und nahm das Kind zu ſich, um es an der welken Bruſt zu tränken. Doch die Alte wehrte dieſem Beginnen.

Laß, Mariechen, laß liebe Tochter, bat ſie, und alle Sorge und alles Mißve gnügen, die vorher ihre Züge beherrſcht, hatten einer unendlichen Liebe und Beſorgtheit Platz gemacht;laß, meine liebe Tochter, Du ſchwächſt nur Dich und gibſt auch dem Kinde nichts Geſundes, ſo lange Du ſelber noch im Fieber bleibſt und nicht wieder geſund biſt. Sien, hier habe ich von einer Nachbarin friſche Ziegenmilch beſorgt, ſriſch und nahrhaft, und habe ſie ſchon in die Flaſche gefüllt, die wird dem Kinde gut thun.

Marie lächelte traurig und dankte nur mit einem Blicke. Die Liebe der Mutter, die ſie, die Schuld⸗ belaſtete, in den ſchwerſten Stunden des Lebens mit einer Sorgfalt gepflegt hatte, wie ſie nur die Mutter, das aufopfernde, ſelbſtvergeſſende Mutterherz hegen kann, wat ihr wohl und drückte ſie doch auch zugleich nieder. Sie fühlte ſich unglücklich, unſäglich elend, und frug tauſendmal den Himmel, warum er ſie nicht zu ſich genommen hätte ſammt dem vaterloſen Kinde, das zum