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ihre Lippen heimlich die innigſten Gedanken und ver⸗ riethen den lauſchenden Lüften die Pläne ihrer Seele. „Es geht nicht mehr ſo— das muß ein Ende
nehmen,— das arme Kind verzehrt ſich in Gram und Scham— und der Wurm,— der am unſchul⸗ digſten iſt und rein wie ein Paradieſesengel, verkommt bei dieſem ewigen Haſten und Weinen.—— Wenn ſi einmal ſchlafen mag es noch gehen— da erholen ſich Beide und gewinnen neue Kräfte— und ich
wünſchte nur, ſie könnten ſo viel ſchlafen als ſie wachen.“—
Der Faden war geriſſen bei ihrer inneren Be⸗ wegung und war aufgelaufen auf die halbgefüllte Spindel.
Nun ſtand das Rad ſtill und die Alte beugte ſich darüber, mit ihren verwei ten Augen das Ende des Fadens ſuchend, um ihn neu mit dem Flachſe zu verknüpfen.
Aber ſie war heute ſo ungeduldig, ſo fieberhaft erregt, daß es ihrem Auge nicht gelingen wollte, das
verſteckte Ende zu entdecken— und ein tiefer Seufzer erleichterte ihre Bruſt, als ſie es endlich doch gefun⸗ den, den Faden angelegt hatte,— und das Rädchen
auf's Neue ſeinen Lauf begann. „Gott ſegne die edle Frau, die uns wenigſtens


