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Es war ein Herbſttag, aber das Wetter noch ſchön und warm, wie ja meiſt im Norden der Herbſt erſt die ſchönſten Tage bringt. Die Blätter des Wal⸗ des färbten ſich bereits, und der Herbſtſturm hatte ſchon einige Male vernichtend darin gewüthet, heute aber war es ruhig und klar. Die Sonne vergoldete den Wald, warf ihre wärmenden Strahlen über die elenden Hütten und glitzerte millionenfach in den leiſe kräuſelnden Wellen, die aus Gewohnheit in ewiger Bewegung erſchienen und leiſe plätſchernd auf den niedrigen Strand liefen.
Mutter Wendt ſaß im Schatten vor ihrer Hütte, deren Thür leicht angelehnt war, und ihr Fuß hielt das Spinnrad in emſiger Bewegung. Schnurrend lief es um ſeine Achſe, und Mutter Wendt mußte ſich ha⸗ ſten, um aus dem klaren Flachsrocken den Faden zu drehen und ihn auflaufen zu laſſen auf die eintönig ſchwirrende Spindel
Aber ihr Geſicht hatte hente gar nichts gemein mit Frieden und Heiterkeit, ihre Züge waren bleich und verhärmt, und aus den Augen kollerte eine Thräne nach der andern auf die dunkel gebräunten nackten Arme nieder, die mit Emſigkeit den Faden drehten.
Sie hatte das kattunene Hänbchen abgenommen und neben ſich gelegt. Der leiſe Luftzug ſpielte mit


