4
Auf dem Meere ein freier Mann, ſelbſtbewußt und thatkräftig, in ſeiner Hütte Sclave des Elends— das iſt das Bild eines Bewohners aus dem Fiſcherdorfe, welches wir vor uns liegen ſahen.
In einer der niedrigſten und am meiſten zerfallenen Hütten wohnte dieWitwe Wendt. Schon zu Lebzeiten ihres Mannes, der in früheren Jahren Fiſcher geweſen war wie alle ſeine Nachbarn, und nachher Waldwärter, bis ihn der Tod ereilte, hatte die Armuth und Sorge auch in ihrer Hütte Haus gehalten und mit ihnen von einem Tiſch gegeſſen.— Nachdem die Frau Witwe geworden war, wodurch der Verdienſt ihres Mannes hinwegfiel, und ihre beiden Kinder mit jedem Tage größer und begehrlicher wurden, ohne doch ſelber ſchon verdienen zu können, war die Noth hinter den rohen Lehmwänden oft groß ge⸗ weſen, und oftmals waren die unglücklichen Hüttenbe⸗ wohner unter Thränen auf dem Stroh entſchlummert, weil der Magen ſeine Rechte forderte, und doch kein Stück Brot im Hauſe war, um ſie ihm zu gewähren.
Später hatte der alte Krüger, Witwe Wendt einziger Bruder, welcher einige Meilen davon als Gärt⸗ ner auf dem Schloſſe der Generalin von Wettern wohute, den Sohn zu ſich genommen, um ihn zu lehren und zu einem igen Gärtner zu bilden. Die Lochtr aber war nach der Zieſitenz gezogen und in dem mühevollen, aber


