Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Denn dieſer war unterdeß der tägliche Hausfreund beim Major geworden, ſosſehr die Majorin auch im Stillen dagegen geſtrebt hatte, und ſuchte ſich mit der ganzen Macht ſeiner einſchmeichelnden Manieren Eugenien im⸗ mer mehr zu nähern. Der Major konnte bald ſeine Ge⸗ ſellſchaft nicht mehr entbehren, mußte jede freie Stunde mit dem Doctor zubringen, wenn ſie ihm genußreich ſein ſollte, und bis ſpät Abends weilte dieſer im Hauſe um von da nach der Spielhölle zu ſchlüpfen.

Mit ſyſtematiſcher Klugheit hatte er ſich dem alten Major bald unentbehrlich gemacht. Dieſer pries den Doe⸗ tor als den charmanteſten Kerl, welchen es geben könne und immer mehr bildete ſich in ihm die Idee einer Heirat desſelben mit Eugenie aus.

Die Majorin fühlte ſich durch das immer tiefere Eindringen des Fremdlings in ihr trauteres Familienle⸗ ben unangenehm berührt, ohne jedoch den geſchmeidigen, und von ihrem Gemale geſchützten Eindringling wehren zu können. Wie eine Schlange, ſo ſchlau und gewandt, wand er ſich durch die ſchwierigſten Situationen, überall galant, überall gefällig und hülfreich, noch ehe ein Anderer Zeit gefunden hatte, den etwaigen Mangel zu entdecken.

So kam es, daß die Majorin, ſo ſehr ſie ſich durch die ſtete Nähe des Mannes beläſtigt fühlte, dem ſie nun

Ehre. U. 14