Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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finden, auf Deinen ſeidenen Pfühlen, weil Du ihn ein paar Stunden lang nicht geſehen haſt; und weil er einmal nicht kam, da Du ihn erhoffteſt, bangt Dein Herz in Angſt und Aufregung, das Spielzeug zu ver⸗ lieren, ohne das Du nicht mehr leben kannſt? O Ma⸗ rie Corrado, wo ſind Deine Schwüre? Denke an Italien und an Armand!

Ja ſie gedachte ſeiner! Weiter und weiter flogen ihre Gedanken, zurück bis in die duftigen Thäler ihrer Heimat. Da ſah ſie ihn wieder, ihn, den ſie einſt über Alles geliebt, an deſſen Seite ſie ſich im Paradieſe ge⸗ träumt, und in deſſen dunklen Augen voll Leidenſchaft und Gluth ſie den Himmel geſehen hatte. Sie ſah ihn wieder in ſeiner zärtlichen Liebe zu ihren Füßen liegend, lebte, fühlte ſie alle noch einmal durch, die Stunden in der ſchattigen Veranda den ganzen goldenen Liebes⸗ traum ſah ſich luſtberauſcht in ſeinen Armen ver⸗ laſſen dann unglücklich, elend, mit Schande bedeckt: dem Wahnſinne nahe! Sah ſich dann am Sterbe⸗ bette des alten blinden Vaters, den ſie vernachläſſigt hatte um ſeinetwillen, durchlebte ſie noch einmal auch die ſchwerſte Stunde ihres Lebens und ſank dann ächzend auf den ſammtenen Divan nieder.

Jo, ſie gedachte Sein! Doch nicht in Liebe nicht mild und verſöhnlich: eine Hölle tobte in ihrer