Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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mer verſcheuchend, überfiel ſie eine unerträgliche Hitze eine erſtickende Gluth, die ſich niederſenkte auf ihre Bruſt, wie die glühenden Wellen eines Dampfbades, ſchwer und beängſtigend ſo daß ſie endlich wie ge⸗ foltert aufſprang, das Fenſter aufriß und hinauslehnte in die kühlende Morgenluft.

Alles war ſtill rings umher. In dieſer Straße regte ſich um dieſe Stunde noch nichts, während in anderen Stadttheilen die gedrückte Armuth vielleicht ſchon wieder zur neuen Tageslaſt eilte und die Sängerin trank mit vollen Zügen von der erquicken⸗ den Morgenluft.

Lange lehnte ſie da am Fenſter, und während ihr Auge hinausſtarrte in die Straße, ohne ſie zu ſehen, flog eine reiche Schaar Gedanken an ihr vor⸗ über. Wo mochte er ſein, wo geweſen ſein, daß er ſie geſtern Abend nicht noch aufgeſucht, wie er es ſtets gethan hatte, auch wenn er einmal in Geſellſchaft ge⸗ gangen war ohne ſie? War er ſo lange bei Wel⸗ ling geweſen, ſo außergewöhnlich lange, und was hatte ihn dort gefeſſelt? War dieſe Tochter viel⸗ leicht eine Zauberin, die ſchnell ihre Feſſeln um den geſchlungen, der doch ihr gehörte, ihr, der Signora Corrado, und den ſie ſich nicht wollte entreißen laſſen, nun und nimmermehr und von Niemandem? Sie