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gen war eine Spazierfahrt gegen Abend. Hans von Harder war dabei ihr ſteter Begleiter und nur ungern hatte ſie ihm geſtern Urlaub gegeben, da er die Ein⸗ ladung bei Welling nicht ablehnen konnte.
Aber ſie hatte ihn ſicher am Abende noch er⸗ wartet. Er wußte, daß ſie bis ſpät in die Nacht mun⸗ ter war, da ihr dann, nach der abendlichen Kühle am wohlſten war;— er wüßte auch, daß er ihr will⸗ kommen ſei, ſelbſt wenn die übliche Beſuchsſtunde längſt
vorüber— und dennoch war er nicht gekommen, hatte
er ihr nicht einmal einen guten Nachtgruß gebracht, nach ſo vielen Stunden des Entbehrens!—
Die Signora hatte gewacht, bis ſchon die erſten Lichtſtrahlen den neuen Morgen kündeten— Hans war nicht gekommen; ſie hatte ſich geärgert wie ein verzogenes Kind, zur Abwechslung auch einmal Thränen des Unmuths geweint, und endlich ſich nie⸗ dergelegt, aufgeregt durch Erwartung und Langweile und der bitterſten Empfindungen voll.
Aber ſie konnte nicht ſchlafen.— Wie ſie ſich auch mühete, der Schlummer wollte ihr nicht nahen;
— und immer dreiſter und lacheuder blickte ihr der Morgen durch das Fenſter. Mit einem Heere quälen⸗
der Gedanken, welche unaufhaltſam durch ihren Kopf ſchwirrten, immer auf's Neue den nahenden Schlum⸗


