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weilen aus den dunkeln Brauen hervor;— doch hatte die Signora eben Anderes zu denken, denn ſie ließ ohne weitere Bemerkung theilnahmlos ihre Haustoilette voll⸗ enden und ließ ſich dann gedankenvoll auf den ſchwellen⸗ den Divan nieder.
Sie hatte geſtern Abend vergeblich auf Harder ge⸗ wartet. Er wußte, daß ſie allein war, ſtets allein des Abends, um ſo mehr, da jetzt in der Reiſezeit viele ihrer Verehrer die Reſidenz verlaſſen hatten. Vor eini⸗ gen Tagen hatten auch die Ferien der Oper begonnen, welche die Signora ſtets in der Reſidenz verlebte, einge⸗ ſchloſſen in ihr möglichſt gekühltes Boudoir— ſtatt wie die meiſten ihrer Colleginnen die Zeit mit Reiſen zu zer⸗ ſtreuen.„Wohin ſoll ich reiſen?“ frug ſie wohl, wenn man ihr rieth, deßgleichen zu thun,—„nach Norden mag ich nicht, es iſt hier ſchon ſchrecklich genug, und ich
habe einen Abſcheu gegen Alles, was Eisbär heißt, oder mit ihm zuſammen hängt, und in Italien, dem einzigen Lande, wohin ich reiſen möchte, iſt die Hitze jetzt wo möglich noch größer, die hier ſchon unerträglich genug iſt. Nach Italien muß man reiſen, wenn man hier ſagt, es iſt Winter, dann iſt es ſchön in ſeinen herrlichen Ge⸗ ſilden!“— Da im Winter aber ihr Engagement ſie feſ⸗ ſelte, kam ſie dann auch nicht in das Land ihrer Sehn⸗ ſucht und ihre einzige Erholung in dieſen heißen Ta⸗ 1*


