Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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ſteckte Marie das Haar zu hoch, bald zu tief, bald auch war das ganze Arrangement abſcheulich und ward mit einem ſchnellen Griff zertrümmert, ſo daß die üppigen Haarwellen auf's Neue herniederfloſſen bis auf den Fußboden. Geduldig begann dann Marie ihre Arbeit von Neuem, und ſuchte durch verdoppelte Sorgfalt das Gewitter zu zerſtreuen, das drohend durch die dunkeln Wimpern blickte und nur eines Anſtoßes bedurfte, um mit füdländiſcher Gluth und Wuth hervorzubrechen. Marie klagte nie, erwiderte nie etwas auf die Beſchuldigungen und Zornausbrüche der Herrin. Sie ließ es toben und blitzen und donnern, ſo viel es eben wollte, und je duldſamer und ſchweigender ſie blieb, um ſo ſchneller ging auch der Gewitter⸗Stoff zu Ende und trat die alte Ruhe wieder ein. 1 Auch heute hatte es gedonnert und heblitzt, auch heute ſtanden auf Mariems Stirn dicke Schweiß⸗ tropfen als ſie nun endlich die letzte Flechte des reichen Haarſchmucks befeſtigte und hochathmend die letzte Spie⸗ gelprüfung der Signora abwartete. Doch ging dieſe ausnehmend ſchnell vorüber, denn die Gedanken der Signora waren bereits nicht mehr bei der Toilette. Das Gewitter ſchwebte fort und fort drohend auf der marmorweißen Stirn und blitzte zu⸗