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ger, und auch der Frühling vermochte nicht die Nebel ſeines Kummers zu durchdringen. Kein Lächeln ſchlich ſich auf die bleichen Züge des Alten. Eines Tages war er auf ſeinem gewöhnlichen Spaziergange wieder bei ſeinem Lieblingsplätzchen angekommen. Es war der Ausgang eines Gehölzes, der dicht an einen Fluß führte. Auf einem Baumſtumpfe hatte er ſich hier immer aus⸗ geruht und den Wellen des Fluſſes nachgeblickt. Er ſaß wieder auf dem Baumſtamme und dachte an die Pläne, die er einſt gehegt, an die großen volkreichen Städte in der Ferne, in denen er einſt ſeine Heimat hatte auf⸗ ſchlagen wollen, an die Hoffnung der Jugend, an die Schwäche des Greiſes. Es kam ihm vor, als wäre ſein Schickſal verwechſelt worden, als hätte er nach einem falſchen Glaſe gegriffen, und ſtatt des Weines den Eſſig getrunken. Sein Gemüth wurde von einer plötzlichen Bitterkeit befallen, daß Niemand die Menſchen auf ihren Irrthum aufmerkſam mache. Er ſah tief, tief in die Wellen, und die Bitterkeit verſchwand und eine ſelige Ruhe durchſtrömte das ganze Herz.„Es muß noch ein anderes Leben geben, als das hier unter Zahlencolonnen und ſtaubigen Büchern,“ dachte er und ſah in das Spie⸗ gelbild der Sonne im Waſſer. So ſchön hatte er die Natur noch nie geſehen, und dazu wehte ein gelinder, wohlthuender Rauch durch die Luft, ihm an das Herz.


