Teil eines Werkes 
4. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

163

das Leben von einander ſcheiden, Signora— nicht ohne

Abſchied und Verſöhnung.

Sie neigte ſtumm das Haupt und winkte den Frem⸗ den, ihr in das Haus zu folgen. Dann ſtützte ſie ſich feſt auf den Arm ihres Sohnes und ſchritt mit derſelben ſtol⸗ zen Haltung voran, die Hans damals ſo oft bewundert hatte.

Als ſie in der Villa eintraten, war die Signora gefaßt.

Sie führte ihre Gäſte in die aromadurchduftete Ve⸗ randa und ſchellte nach Licht.

Als dieſes gebracht wurde, fiel ſein Glanz auf das bleiche, aber vollkommen ruhige Antlitz der Dame vom Hauſe, die mit vollendeter Grazie die Honneurs machte.

Hans ſtellte ſeine Frau, ſeine Schweſter und ſeine Reiſebegleiterin vor— die Signora hatte für Jeden eine liebenswürdige Anrede.

Man hatte ſich niedergelaſſen.— Die Signora war unbefangen und faſt heiter und forderte Hans zu einer Erzählung ſeiner Erlebniſſe auf, ſeitdem er damals die deutſche Reſidenz verlaſſen habe.

Der Verfälle aus der Vergangenheit ward mit keiner Silbe gedacht.

Hans berichtete in gedrängter Kürze das Wichtigſte

ſeiner Erlebniſſe— ſo weit dieſelben für Freunde mit⸗

. 1