Teil eines Werkes 
4. Theil (1862)
Entstehung
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Bald zeigte ſich auch ein langer Uebergang, der von zwei dichten Wänden aus düſteren Grün eingeengt ward, welche ſich oben beinah in einanderwölbten.

Wenn die Sonne ihre ſüdliche Strahlenglut herab⸗ ſandte, mußte dieſer Weg die angenehmſte Kühlung bie⸗ ten— und an ſeinem Ende gewahrten unſere Reiſenden

die hellen Farben eines Gebäudes ſchimmern.

Ihrem Vorſatze gemäß bogen ſie in dieſes melan⸗ choliſche Gewölbe ein, und gingen ſchweigend dem noch

fernen Gebäude zu. Als ſie vielleicht die Mitte des Gan⸗ ges erreicht hatten, bemerkten ſie eine hohe, ſchwarz ge⸗ kleidete Frauengeſtalt, welche von einem ſchlanken Kna⸗ ben geführt ward.

Die Fremden zweifelten nicht, in ihr die„Signora“ zu begegnen, und beſchleunigten ihre Schritte, um die langſam— ſehr langſam Wandelnde einzuholen.

Sie wandte ſich um, als ſie Schritte in ihrer Nähe hörte, und aus den ſchwarzen Schleiern, die die hohe Geſtalt faſt ganz umwallten, blitzten den Freunden zwei dunkel glühende Augen entgegen, in deren ein düſteres, verſengendes Feuer zu lodern ſchien. Da die Signora über das reiche Haar ebenfalls einen düſteren Schleier gebunden hatte, der ſeine Schatten auf die Züge warf, ſo waren dieſe nicht deutlich zu erkennen. Doch ſchienen ſie zart und ſchön— ſehr ſchön, wenn auch bleich zu ſein,

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Ehre 1V.