19
ein.— Harder ging und machte einige Viſiten in ange⸗ ſehenen Häuſern.
Da aber lernte er wieder ſo recht klar die Werth⸗ loſigkeit des Adels in den hieſigen Verhältniſſen kennen. Man empfing ihn theils gar nicht, ſich mit dem beliebten „Ausgegangen“ oder mit dringenden Geſchäften entſchul⸗ digend, oder er wurde angenommen und fand willige Ohren, die zum Zeitvertreibe ſeine Erzählung von Miß⸗ geſchicken und Betrogenwerden geduldig zu Ende hörten. Die meiſten von Dieſen beantworteten ſeine Bitte,„um Verwendung wegen einer angemeſſenen Stellung,“ mit den gewöhnlichen flachen Redensarten:„man wolle zu⸗ ſehen— ſich bemühen— und ihm Nochricht ſenden“— ohne nur nach ſeiner Wohnung zu fragen, und Harder hatte ſelber den Geſellſchaftsherrn zu lange geſpielt, um nicht genau zu wiſſen, was auf ſolche Verſprechungen zu folgen pflegt, die in der nächſten Viertelſtunde vergeſſen ſind und anderen unterhaltenden Tagesereigniſſen Platz gönnen. In dieſer Hinſicht fand er es in Amerika gerade ſo, wie es in der verlaſſenen Heimat geweſen war.— Kein Einziger von den vielen, die Harder, ſeinem Vor⸗ ſatze Alles zu verſuchen getreu, durchkoſtete, machte ihm einen ſicheren Vorſchlag, oder gab ihm praktiſchen Rath, was in den hieſigen Verhältniſſen zu thun ſei,— ja ein reicher Kaufmann bot ihm, als er ausgeſprochen hatte,
2*


