18
ſchnell ernüchtert, gebachte er mit Entſetzen der Stunde, wo ſeine drei Dollars verzehrt ſein, und er dann wie⸗ derum ganz hilflos und als Bettler in dem fremden Lande ſtehen würde. Der Schlaf ſiegte endlich über alle Angſt und Sor⸗ gen und wiegte den armen Gepeinigten in ein ſtilles Scheinglück Freundliche Träume trugen ihn in ſeine Hei⸗ mat zurück, malten ihm die grüngekrönten Berge des Harzes, führten ihn in ſeine lockenden Thäler und zeig⸗ ten ihm ein Bild— ein Bild, ſo lieblich und ſchön, wie das holde Sonnenlicht, ein Bild, welches einſt ſein Herz mit dem heiligſten Glücke erfüllt und ihm den erſten Lie⸗ ſchmerz bereitet hatte,— und dem er doch untren ge⸗
1 besſ
vorden war, wie der böſe Erdenſohn das ſtille Heiligen⸗ bild verläßt, um in den Armen einer Magdalena ver⸗ derblichen Rauſch zu ſchlürfen.—
Als Harder am andern Morgen ſeine Rechnung begehrte, lautete dieſelbe auf den Freiherrn von Harder mit zwei und einen halben Dollar, und der arme Ge⸗ prüfte mußte den erſten Ausfluß ſeiner wiedererwachten Eitelkeit mit beinah ſeiner ganzen Baarſchaft bezahlen.
Die Uhr war und blieb verſchwunden, und er verließ das Gaſthaus mit der wachſenden Beſorgniß vor neuen Drangſalen. Doch die Noth verleiht dem Schwachen ſelbſt Kraft und flößt dem Feiglinge eine Art Energie
b 1


