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„Wünſchen der Herr ein Zimmer?“ fragte der Wirth, der eben wieder in die Gaſtſtube trat.
„Ja, ich bitte darum, denn ich bin ermüdet.“
„Dann wollen Sie nur erſt Ihren Namen in die⸗ ſes Buch zeichnen, das iſt einmal ſo Sitte in meinem Hauſe.“
Hans that es— der Wirth leuchtete ihm nach oben und kehrte dann in das Gaſtzimmer zurück.„Freiherr von Harder“ buchſtabirte er mühſam aus ſeinem Frem⸗ denbuche heraus, und wunderte ſich ob des hier ſo ſelte⸗ nen Titels;„das iſt eine Art Lord,“— ſagte er ſich ſel⸗ ber belehrend,„den muß ich morgen nur doppelte Rech⸗ nung ſchreiben, denn ſo Einer kann es bezahlen. Wie er ſich nur gerade hierher verirrt haben mag? Nu, zu billig ſoll er doch nicht kommen.“
Als ſich Harder auf ſeinem Zimmer entkleidete, da ihm nach demanſtrengenden Tage der Schlummer nöthig war,— vermißte er entſetzt ſeine goldene Uhr nebſt Kette. So viel er auch ſuchte und in ſeinen Kleidern dar⸗ nach wühlte, ſie war nicht zu finden, und alle ſeine ſchö⸗ nen Hoffnungen ſanken bei dieſem neuen ſchmerzlichen Verluſte wieder in Nichts zuſammen.
Er mußte ſie in ſeiner Aufregung entweder verlo⸗ ren haben, oder ſie war ihm in Ephraims Laden geſtoh⸗ len worden; für ihn war ſie auf jeden Fall verloren und
Ehre W. 2


