Teil eines Werkes 
4. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

mit dem mitleidigſten Geſichte von der Welt und die Augen auf die Uhr gerichtet, welche die Börſenzeit ver⸗ kündete, einen Dollar als Unterſtützung an, um ihn nur los zu werden.

Das geſchah denn auch augenblicklich, und nun, nach dieſer Demüthigung hatte Harder Luſt und Muth zu weiteren Verſuchen verloren.

Der Abend nahte wieder und todesmüde kehrte der Arme in eine gewöhnliche Kneipe ein, wo er unter Schiffern und Arbeitern, die Mann an Mann gedrängt am Boden lagen, eine qualvolle Nacht verbrachte. Er konnte trotz ſeiner Müdigkeit nicht einſchlafen, und wälzte ſich ſtöhnend auf dem harten Lager. Rings um ihn her außen tönte das Schnarchen ſeiner Schlafgenoſſen, das wie ein wohlgeübtes Orcheſter in allen Tonarten cele⸗ brirte und ſeine verwöhnten Nerven peinigte; innen aber fraß und pochte der Wurm der Angſt und Reue und trieb den Angſtſchweiß auf ſeine glühende Stirn.

Die dicke Luft drohte ihn zu erſticken die innere Qual gönnte ihm nicht Ruhe noch Schlaf, und er er⸗ hob ſich endlich um ein Fenſter zu öffnen, fand jedoch,

daß dieſe von außen ebenfalls zugekettet waren, wahr⸗ ſcheinlich aus Vorſicht, um das Ausſteigen nächtiger

Gäſte zu verhindern, die Luſt zeigen ſollten, auf ſolche Weiſe die ſchuldige Zeche zu quittiren.