Teil eines Werkes 
4. Theil (1862)
Entstehung
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Chriſtenſeelen, haben ſchon manchem verzagenden Ge⸗ müthe neue Hoffnung geliehen wenn auch hinter derſelben nur um ſo unvermeidlicher das Verderben lauerte. Harder blieb ſtehen; er dachte mit Schre⸗ cken an den alten Silbermann und ſeine uneingelöſtten Wechſel doch ſiegte der Hunger über die Bedenk⸗ lichkeiten, und ſchon befand er ſich auch in dem ärm⸗ lichen Kleiderladen des Juden Ephraim.

Der würde nun freilich auf Harder's Wechſel we⸗ nig genug gegeben haben, am wenigſten aber Geld; dem mußte er etwas Solideres anbieten. Aber Harder hatte auch ſeine Erfahrungen in Amerika nicht um⸗ ſonſt gemacht, und ſtatt der Wechſel mit ſeinem zier⸗ lichen Freiherrnnamen reichte er dem Juden ſeinen fun⸗ kelnden Siegelring und bot ihn zum Verkaufe an.

Herr, erwiderte Ephraim kläglich,ich bin keiner von unſere Leut', der kann kaufen Juwelen und Pretioſen; ich bin nur ein ärmſter Sohn Israels, der muß handeln mit alten Röcken, um kläglich zu verdienen ſein Stückchen trockenes Brot!

Sie ſollen aber bei dem Handel ein gutes Ge⸗ ſchäft machen, denn ich brauche Geld und muß, da ich hier fremd bin, den Ring verkaufen, erwiderte Harder viel zu dringend, als daß der Jude nicht ſo⸗ fort ſeinen Vortheil erkannt und feſtgehalten hätte.