Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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gen, in dieſen matten blauen Augen mehr als ein gewöhnliches Weib.

Der Major grüßte ſeine Frau mit einigen kräftigen Tabakwolken, denn Hermine duldete es nicht, daß er in ihrem Zimmer und in ihrer Gegenwart die ſo ſehr ge⸗ liebte Pfeife weglegte, wie der galante Gatte in den erſten Tagen ihrer Ehe es gewollt und anfänglich auch gethan hatte.

Bin ich nicht eine Soldatenfrau, Rüdiger? hatte ſie ſtolz gefragt,und ſollte den Tabakrauch nicht ver⸗ tragen können? Pfui, was denkſt Du, alter Held, von Deinem Weibe? Wie egoiſtiſch und arrogant! Rüdiger, ich ſage Dir, das nächſte Mal, wo Du bei meinem Ein⸗ treten ſo eilig die Pfeife in die Ecke wandern läßt, zünde ich mir eine Cigarrette an, um Dir zu beweiſen, daß ich Deine Frau bin die Frau des Freiheitskämpfers Major von Welling!

Der Major blickte freudig zu ihr auf, zu dieſem jungen Weibe, das noch nicht geboren war, als er ſchon Lorbeeren erkämpfte und das doch mit ſo ſeltener Aus⸗ dauer und Liebe ihr Geſchick an das des grauen Kriegers knüpfte. Ihre Che war keine Convenienzheirat geweſen, keine Verbindung mit einem jungen armen Fräulein, die ſich eine Exiſtenz ſichern wollte. Frau von Welling war reicher als ihr Gatte, unabhängig und gefeiert geweſen,