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keit gewichen.— Sie trug ihr Leiden als eine Sendung des Himmels, ohne Klage und ohne Murren.
Dieſe edle Reſignation, dieſes unverbrüchliche Gott⸗ vertrauen hatten ſie zu einer allgemein verehrten Perſön⸗ lichkeit gemacht, und ihre Milde und Freundlichkeit, verbunden mit einer Heiterkeit, die bei ihrem Zuſtande kaum zu hoffen war, hatten ihr die Herzen aller Derer gewonnen, die mit der alten Dame in Berührung kamen.
Am meiſten liebte Tante Frieda ihre Nichte Anna, deren ſanftes Weſen der kranken Dame beſonders wohl⸗ that. Sie ließ daher nicht nach, ihren Bruder und ihre Schwägerin zu beſtürmen, bis ſie ihr das junge Mädchen alljährlich wenigſtens auf einige Tage nach Bornfeld gaben.
Und wie hing Anna an Tante Frieda! Das edle, vertrauensvolle Gemüth des Mädchens ſchloß ſich feſt an das liebevolle Herz der Generalin an, die, durch ihr Lei⸗ den an ihren einzigen Platz gefeſſelt, ſie Alle hätte mit ihrem Herzen erfreuen mögen, mit dieſem Herzen, in dem neben einer reinen, vertrauenden Frömmigkeit ein unverſiegbarer Quell zürtlicher Liebe ſchlummerte.
„Guten Morgen, Tante Frieda! Wie haſt Du geſchla⸗
fen und fühlſt Du Dich wohl, liebe Tante?“ Mit dieſen
herzlichen Worten trat Anna in das Zimmer. „Guten Morgen, mein liebes, gutes Kind! Freilich


