Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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ten.— Und doch mußte es ſein, gerade, da ſie ſah, daß ſeine Leidenſchaft erregt, daß er ſeiner Liebe zu ihr ſich bewußt geworden war, mußte er Alles wiſſen, mußte er erfahren, daß er nie Hoffnung hegen könne, die Liebe einer Harder zu beſitzen— wollte ſie nicht einen Aus⸗ bruch ſeiner leidenſchaftlichen Gefühle befürchten miſſſen.

O Anna hatte rechnen und berechnen gelernt! Wo nur erſt die Naivität und Unbefangenheit der Kindlich⸗ keit entflohen iſt, da greift der berechnende Verſtand, Schritt für Schritt vordringend, eine Feſtung des Herzens nach der anderen an, bis er ſie alle erobert und ſich zu Eigen gemacht hat.

„Wie lange werden Sie diesmal bei uns bleiben, Fräulein Anna?“ frug Ernſt, ſich nach ihr umwendend. „Hoffentlich dehnen Sie Ihren Aufenthalt etwas länger aus, als auf eine oder zwei Wochen.“

„Ich denke ja, ja ich habe Luſt recht lange hier zu bleiben, und werde ſicher nicht eher gehen, als bis mein Bräutigam zurückgekehrt iſt, der augenblicklich noch in der Reſidenz weilt.“

Anna blickte bei dieſen Worten nach dem Schloſſe hinüber, we man in den Zimmern ihrer Tante eben die Fenſter öffnete, und da ſie keine Antwort vernahm und auch ſie zu vernehmen fürchtete— ſagte ſie eilig“

„Ach, Tante Frieda iſt ſchon munter, da muß ich