Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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Ernſt dachte daran und billigte ihre Weiſe. Die Röthe ſchwand aus ihren Zügen, und ſich lächelnd ver⸗ beugend bat er das gnädige Fräulein, ſeine Verdienſte nicht zu hoch anzurechnen.

Sie hatte ihn heute zum erſten Male„Sie“ ge⸗ nannt, während ſie in früheren Jahren ſeinem ehrfurchts⸗ vollen„gnädigen Fräulein“ ſtets das einfache„Du“ entgegenſetzte, wie es die Herrſchaft beſonders den jungen Dienſtleuten gegenüber zu gebrauchen pflegt— doch Ernſt wagte es nicht, ſie auch ferner um dasſelbe zu bitten, ob⸗ wohl es nicht allein nur natürlich, ſondern ſogar ſeine Pflicht geweſen wäre. Anna war die Nichte ſeiner Her⸗ rin und er hätte deßhalb, ſich für ihren Diener erklärend,

wohl um das„Du“ bitten müſſen.

Doch er that es nicht, und Anna ſchien es nicht zu bemerken,— denn Beide ſahen hinaus in die See und wandten ihre Blicke den rauſchenden Wellen zu, ohne daß wohl Eines wirklich derſelben gedachte.

„Wie haben Sie gelebt, lieber Ernſt?“ frug Anna endlich, um doch etwas zu ſagen und das Beklemmende der Pauſe zu beenden.—„Es iſt ſehr einſam auf Bornfeld, und für einen jungen Mann, der wie Sie Anſprüche auf

die Welt machen kann, wohl keine Freude, in ſeinen dü⸗

ſtern Mauern Jahr für Jahr zu verleben!“ „Ich vermiſſe nichts, mein gnädiges Fräulein—“

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