Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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ſo reich geſpendete Lob. Er fand das Fräulein anders,

als er ſie erhofft hatte, anders im Aeußern wie in der Sprache zu ihm, die ſonſt immer ſo vertraulich, o freundſchaftlich geklungen hatte, als ob ſie ſich nicht mit dem Gärtnerburſchen ihrer Tante, ſondern mit einem Spielgefährten unterhalten hätte.

Vor einem Jahre war ihr Ernſt das auch gewe⸗ ſen; nur erſt ſe tdem ſie Brandach lieben ſollte, wußte ſie, was ſie früher nicht geahnt hatte, daß ihr Herz für Ernſt Gefühle hege, die dem Ernſt des Lebens gegenüber, die Neigung des Spielgefährten überſchrit⸗ ten,— und dieſes Wiſſen hatte ihre Unbefangenheit früherer Jahre verſcheucht.

Die Jungfrau, welche ein Geheimniß in dem Herzen hegte, ſtand dem ſchönen Jüngling gegenüber, den ſie niemals lieben durfte,— und Ernſt's feinbe⸗ ſaitetes Gefühl, das unter den Blumen und Pflanzen ſo zart geblieben war, wie ſie ſelber, erkannte wohl die Veränderung, welche mit dem Fränlein vorgegan⸗ gen war— und ahnte dunkel ihre Gründe.

Aber durfte ihn denn das wundern?— Mußte er es nicht ganz natürlich finden, und konnte er es nicht gerade als ein Zeugniß für ihre Liebe zu ihm halten, daß ſie ſich zurückhaltender zeigte, a damals, wo ſie noch wie Kinder waren?—