241 und Dich losſagen von Ehre und Namen, von Vater, Mutter und Familie— die von ihrem Standpunkte den Zug des Herzens als Entartung bezeichnen würden.—
Wie wohl, wie wonnig ward es Anna um das Herz, als ſie auf dem weichen Moosſitze ruhete, den die Liebe ihr bereitet! O ſie hätte niemals mehr ihn verlaſſen und auf ſeinem duftigen Sammet ſich ausſtrecken und ſterben mögen unter dem Dufte der Blumen, beim Rauſchen des Morgenwindes, der durch die Laube ſäuſelte, beim Geſange der Vögel, die nun auferwachten in ihrer Lu⸗ ſtigkeit und den Morgen feierten;— bei dieſer ewig tönenden Muſik der Wellen, die leiſe, rauſchend und bezaubernd zu ihr herüberklang.
Ihr Blick flog hinaus in die Weite, über die Blu⸗ men hinweg,— dem Meere zu.
Vor der friſchen Briſe her, die mit der Sonne aufgetaucht war, trieb eine leichte Jacht, und ſchnitt mit ihrem Kiel pfeilgeſchwind durch die Wellen. Alles Leben, Leben und Bewegung rings umher— und Leben iſt Glück! Und mitten in dieſem Leben, umgeben vom Glücke des Friedens, in der Natur hätte ſie ſelig hin⸗ ſterben mögen, den ſchönſten Tod— auf ſeine Züge ihre letzten Blicke heftend.
Ein leichtes Geräuſch ließ ſie aufhorchen. Es war Ernſt, der ahnungslos, wie nahe ihm. die Ge⸗
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