Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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entwunden und ſuchte mit ihren Blicken den Nebel⸗ ſchleier zu durchdringen, der ganz Bornfeld düſter um⸗ hüllte.

Anna war noch bleicher, noch leidender geworden, als wir ſie früher kennen lernten. Ihre Züge waren von einer durchſichtigen Bläſſe, in der das feinſte Aederchen ſich ſpiegelte, und kein Roſenſchimmer überhauchte ihre Wangen mehr. Schön, wunderbar ſchön war ſie anzuſe⸗ hen in dieſen zarten Farben, aus denen die milden gazen

groß und trauernd hepvorſchauten;— aber wer dieſe Schönheit ſah, der hätte weinen mögen ſo ſchmerzvoll war ſie anzuſehen, ſo trübe war das Lächeln, das nur ſelten ſich um die erbleichten Lippen kräuſelte. Das war Joachim von Brandach's Braut. Einer Todtenbraut gleichend, kannte ſie nicht das ſtrahlende Hlück der Liebe, hatte keine Ahnung von dem Entzücken des Brautſtandes, wo Herz zum Herzen ſich fand und die Seelen in einander floſſen im ſeligen Sichangehören. Schwer ruhten auf ihrer Bruſt die Wolken, die ihr Haus bedrohten und deren mehr und mehr beängſtigendes Aus⸗ ſehen ſie aus den düſteren Zügen ihres Vaters geleſen; — ſchwer lag auf ihrem Herzen die Trauer und Angſt der Mutter, die e eigene, wie die Exiſtenz ihres Kin⸗ des bedroht ſah,— und endlich auch dieſer Brautſtand,