Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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den ſie der wankenden Ehre ihres Hauſes zum Opfer brachte.

Denn wie liebenswürdig ſich auch Brandach bei ſeinen Beſuchen auf Schloß Hardersberg gezeigt hatte, wie wenig Anna ihm auch ihre Achtung verſagen konnte — ſo ſchauderte ſie doch bei dem Gedanken, ihm ange⸗ hören zu ſollen, ein ganzes Leben lang mit ihm zu leben; ſie liebte ihn nicht, und konnte ihn nicht lieben.

Und doch dürſtete ihr junges Herz nach Liebe, ſehnte ſich darnach, an eine Bruſt ſich zu lehnen, der ſie ſich ganz und gar vertrauend hingeben konnte! Sie liebte Brandach nicht und vor ihren Augen wollte das Bild des jungen Gärtners aus Bornfeld nicht weichen, deſſen ehr⸗ furchtsvolle Huldigung ſie wohl bemerkt, und die ihr immer wohlgethan hatte.

Dieſen treuen Augen hätte ſie vertrauen, an dieſe Bruſt ſich liebend lehnen können, und an ſeiner Seite, der bei aller Einfachheit und ländlicher Beſchränktheit ihr doch gediegener und verſtändiger ſchien, als dieſe jungen Herren mit dem eleganten Schliff der Reſidenz — hätte ſie gehofft, ein Glück finden zu können, wie das Herz es erſehnte.

Aber ſtill— wohin irrten ihre Gedanken— es war ja nicht und nimmer möglich! Sie, eine Harder,— er, ein Gärtnerburſche!— Die Ehre des Hauſes—