Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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deſſen bereits ergrauendes Haar die Nähe des Alters andeutete. Doch war er noch in ungeſchwächter Kraft, und ſeine dunkeln Augen blitzten ſo glühend über die ſcharf gebogene Adlernaſe hinweg, als ob er noch heute der Jüngling wäre, der einſt unter Blücher's Huſaren Thaten des Muthes und der Tollkühnheit vollführt hatte. Sein ganzes Auftreten war feſt und ſtolz, und bei aller Güte war er doch mehr gefürch⸗ tet als geliebt, da ſein adelſtolzer Sinn jede Annäherung Untergebener fern hielt. Gertrud und Anna hatten ſich wieder zur Arbeit gewandt, doch war die Wolke nicht von der Erſteren Stirn gewichen, und mehrmals prüfte ſie mit ſorgen⸗

dem Auge die ernſten Züge des Freiherrn, deſſen Ad⸗

lerauge ſeine weiten Beſitzungen muſterte.

Endlich nahm er die Unterhaltung wieder auf, und ſich zu den Frauen wendend, ſagte er:Euer Geſpräch, deſſen zufälliger Zeuge ich war, leitete die Angelegenheit trefflich ein, um derentwillen ich herüber kam. Ihr kennt die Calamitäten unſeres Familien⸗ hauſes, und ich brauche darüber weiter keine Worte zu verlieren; Ihr wißt auch, wie viel ich der Ehre unſeres Hauſes ſchon zum Beſten gethan und wie ich nur dafür gelebt habe, ſie vor aller Welt rein und

fleckenlos zu erhalten. Wie es jedoch faſt immer zu 3