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die Erde allen ihren Schmuck abſtreift und in den kalten, ſtarren Winterſchlaf verfinkt, ſie noch einmal im vollſten, ja im ſchönſten Glanze ſtrahlt! Sieht es nicht beinah' aus, als wollte ſie ſich nur uns ſo noch einmal zeigen, damit wir um ſo bitterer den Wechſel empfinden müßten?“
Die Freifrau war it edle Matrone, der Her⸗ zensgüte und Milde aus den Augen ſtrahlten, und deren Auftreten, ſo einfach und unſcheinbar es auch war, doch Ehrerbietung und Achtung erzwang, wohin ſie kam. Echt weibliche Hoheit ſtrahlte ſiegend von ihrer Stirn, und die Furchen, welche die Zeit ihren Zügen eingegraben hatte, bewieſen, daß ihr Leben nicht ohne Kampf— doch auch nicht ohne Sieg geweſen war. Eine liebende Pattin, eine trene Mutter ihrer Kinder, welche ſie unausſprechlich liebten, eine Mutter auch der Armen und Bedrängten, wer und wo ſie waren, war die Freifrau von Harder geliebt und geehrt in allen Kreiſen.
Nachdem ſie, der Aufforderung ihrer Tochter Folge leiſtend, ebenfalls eine Weile hinausgeblickt hatte in das Weite und die ſchöne Landſchaft mit ihren Blicken überflog, erwiderte ſie ſanft;„So mußt Du es nicht auffaſſen, mein Kind. Nie wird die Erde, welche uns Alle liebt und nährt, durch ſolche Kunſt⸗


