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in ihrem Delirium einige unzuſammenhängende Worte ausſtieß:
„Nun komme ich zu Dir, Mutter,“ flüſterte ſie; aber, aber, ich will ihn zuvor noch ſehen; ich will von ihm noch in ſeinen glühenden Worten hö⸗
ren, wie er mich liebt:— Mutter! Mutter!“
Emy verſtummte wieder, und der Graf zog ihre Hände an ſeine Lippen, beugte ſich zu ihr nieder und ſagte in jenem leiſen vibrirenden Tone, welcher heftigen Gemüthserregungen eigen iſt:
„Arthur wird Dir folgen, Emy, in Deiner Mut⸗ ter Heimath;— er kann nicht leben, wenn Emy dahin iſt. O, ſage, ſage, daß Du mich liebſt!“
„Mein Kopf,“ ſtammelte Emy, welche in ihrer fieberiſchen Betäubung Nichts von Arthurs Worten verſtand.„Er brennt, er brennt!“
Endlich nach zwei qualvollen Stunden ununter⸗ brochenen, ſchnellen Fahrens langte man in Lunda⸗ gard an.
Der Graf hatte einen ſeiner Diener nach dem Arzte geſchickt. Als der Wagen anhielt, nahm Ar⸗ thur Emy in ſeine Arme und trug ſie hinein.
Während ſie an ſeinem Herzen weilte, flüſterte ſie noch immer geiſtesabweſend:
„O! laßt mich hier ſterben, hier!“
Die Lippen des Grafen berührten haſtig die ſchneeweiße Stirne. In dieſem Augenblick wäre er gern mit ihr geſtorben.
Die Zeit verfloß, und Emy lag noch immer in Fieberphantaſien. Der Graf lebte in einem Meere von Unruhe und Qual und brächte Tage, ja auch einen Theil dex Nächte auf Lundagard zu.
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