Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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und Hildur in der Nähe waren. Er ſah Nichts, er

fühlte Nichts, er begriff Nichts weiter, als daß Emy leblos in ſeinen Armen lag. Hätte man in dieſem Augenblick ſein Vermögen, ſeinen Adel und ſeine Ehre gefordert, er hätte Alles für ihr Leben hinge

Langſam arbeitete ſich ein Seufzer aus Emy's Bruſt hervor, und ſie ſchlug die Augen auf. Ihr Blick war noch irr und unſtet; aber als ſie ihn auf den Grafen heftete, klärte er ſich auf und ſie flüſterte mit einem matten, glückſeligen Lächeln: Arthur! O Gott, ich danke Dir! i Mehr vermochten die bleichen Lippen nicht zu ſtammeln.

Einige Minuten ſpäter ſaß Emy in dem Wagen des Grafen, umſchloſſen von Helenens Armen, an ihr Herz gedrückt, aber in heftige Fieberphantaſien verfallen. Der Graf hatte ſich ihr gegenüber geſezt

und hielt Emy's Hände in die ſeinigen geſchloſſen. Hildur und Selma ſaßen zuſammengedrängt auf dem vierten Plaz, in ſtillem, ſtummem Schmerz. Der Wagen fuhr mit Blitzesſchnelle davon, nicht nach X ſondern man hatte umgewandt, um wo mög⸗ lich Emy nach Lundagard bringen zu können.

Das Schweigen im Wagen wurde nur durch Emy's Stimme unterbrochen, welche hin und wieder

geben.

Emy, Emy, ich komme, um Dir mein Leben zu bieten und Du Du; nein, nein, Du mußt erwachen. Ol einen einzigen Blick, eine einzige Minute Leben, und dann will ich Dir folgen!

rief er verzweifelt.