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der ſeine Wellen durch dieſen Theil der Land⸗ ſchaft rollte. Auf der andern Seite des Fluſſes lag ein Thal, in welchem einige Wohnhäuſer oder Hütten zerſtreut lagen.
„Siehſt Du, Helene, das iſt der Gebirgsſtrom,“ ſagte Emy, welche eine von den vier Frauen im Wagen war;„aber er ſtellt ſich hier noch nicht in ſeiner ganzen wilden Schönheit dar.“
Gerade als Emy dieſe Worte äußerte, knallte ein Schuß im Walde. Die Pferde warfen ſich zur Seite, begannen ſich zu bäumen und gingen rück⸗ wärts.
„Um Gottes willen, Peter, verſuche die Pferde zu halten, ſonſt geſchieht uns ein Unglück; ſie drängen den Wagen nach dem Abgrund,“ rief Hildur, welche mit todesbleichen Wangen von dem Rückſiz ſich erhob.
„Manmſell, ich vermag es nicht, die verdammten Mähren gehorchen nicht,“ antwortete Peter, welcher
aus Leibeskräften bemüht war, ſie vorwärts zu brin⸗ gen, aber nicht verhindern konnte, daß ſie immer mehr zurückwichen.
Ein neuer Schuß aus dem Walde bewirkte, daß die zum Voraus erſchreckten Thiere wild in die Höhe
hingeſchleudert wurde, hier aber auf eine ſtarke, hohe Tanne ſtieß, welche ihn für den Augenblick we⸗ nigſtens aufhielt. Das eine Rad zerbrach, und Emy erhielt, als der Wagen an dem Baumſtamm an⸗ prallte, einen heftigen Schlag auf den Kopf. „Peter, Peter, wir ſind verloren,“ rief Selma, als die Pferde ſich von Neuem bäumten, ſich zu überſchlagen drohten und das ganze Fuhrwerk mit
ſtiegen und der Wagen heftig gegen den Abgrund 4
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