Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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ſtück fertig, als der Wagen der Gräfin in dem Hofe vorfuhr.

Etwas überraſcht, aber keineswegs beſtürzt, eilte der Lieutenant, die Gutsherrin zu empfangen, von der er ſeinen Hof in Pacht hatte.

Sappho war die Liebenswürdigkeit ſelbſt und ſo blendend ſchön, daß Emy ſie mit einem ſtechenden Schmerz betrachtete und bei ſich dachte:

Das iſt die Frau, welche ſicherlich eines Tags Arthur's Gattin wird. Ach! ſie iſt ja ſo ſchön, ſo anziehend, daß er nicht umhin kann, ſie zu lieben. Während Sappho mit dem Lieutenant über das

Gut und die Verbeſſerungen, welche ſie auf demſel⸗ ben vorzunehmen beabſichtigte, ſo wie über den Pacht ſſelbſt ſprach, heftete ſie ihre Augen auf Emy und doachte:

An Schönheit bin ich ihr überlegen, warum ſollte er alſo ihr mit ihrem kalten, ſtolzen Ausſehen den Vorzug geben? Ich will, daß er dieſe ſtattliche Bildſäule vergeſſe, und ich werde ihn auch dahin bringen, dies zu thun.

XXXIX.

An einem ſchönen Tage zu Ende des September rollte ein offener Reiſewagen auf der Straße nach der Stadt L. In demſelben ſaßen vier Frauen. Die Straße war von ganz eigener Beſchaffenheit: zur Linken befand ſich ein hoher, rieſiger Tannen⸗ wald, zur Rechten ein ſteiler Abhang, welcher ſich gerade zu dem Bette eines Gebirgsſtromes abſenkte, Schwartz, Blätter a. d. Frauenleben. I. 18