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Warnung dienen, um durch Ihren Hochmuth nicht noch mehr Unglückliche zu machen.
„Ah! Du machſt den Advocaten von Manſell Kreuzer!“ rief Sappho mit blitzenden Augen.“ Ich weiß Alles— ja, ich weiß, daß Arthur ſie liebt. Aber ich will dieſe Frau ſehen, welche es wagt, ihre Blicke zu ihm zu erheben, und werde, wenn es ſo nöthig iſt, dieſelbe zermalmen.“
„Und Sie werden doch nicht geliebt werden. Laſſen Sie dieſes reine, Ihnen ſo überlegene Mäd⸗ chen in ihrer Unſchuld leben, und ſuchen Sie ein beſſeres Mittel auf, um des Grafen Herz zu gewin⸗ nen, als ſolche, welche ſchließlich nur dazu dienen, Sie in ſeinen Augen verhaßt zu machen. Glauben Sie mir, durch Güte gewinnt die Frau ihre größten Siege, das iſt eine Regel, welche für die Fürſtin wie für die Bettlerin Geltung hat.“
Was Sappho dachte, weiß ich nicht; aber ſie i geraume Zeit und wechſelte dann das Ge⸗ ſpräch.
Noch an demſelben Tage verabſchiedete ſich Klara wieder von Löda und kehrte nach Aengſö zurück.
Es iſt ein ganz eigenthümlicher Zug in dem Charakter der Frau, daß ſie mit fieberiſcher Heftig⸗ keit darnach begehrt, diejenige zu ſchauen, welche ihr vorgezogen wird. So war es auch mit Sappho. Sie wollte dieſe neue Rivalin in Augenſchein neh⸗ men; ſie wollte wiſſen, was es war, das dieſer in Arthurs Augen einen höheren Reiz verlieh.
Mit dieſem Gedanken erwachte ſie am folgenden Morgen, und gab Befehl, ihre Broſchke anzuſpannen.
Auf Lundagard war man eben mit dem Früh⸗


