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„Ach! Klara, wenn Du wüßteſt, wie ſehr ich mich nach Dir geſehnt habe,“ ſprach Sappho.
wortete Klara mit ihrer etwas ſtolzen Miene und dem kalten, gemeſſenen Ausdruck in ihren Zügen.
Meluſine erhielt Befehl, das Zimmer zu verlaſſen, worauf ſie ſich zu des Inſpectors begab, um ihrer⸗ ſeits dort die Vornehme zu ſpielen und etwas Ma⸗ terial zu Klatſchereien einzuthun.
Sappho fragte Klara nach dieſem und Jenem, wollte wiſſen, wie es ihr auf dem Lande behage, und kam endlich auf Beckers zu ſprechen.
„Nun liebe Klara, jene wunderbare Sängerin, welche den Grafen Arthur beſtimmte, ſich in die See zu werfen, iſt ja auch ein Wunder von Schönheit?“
Sappho hatte bei dieſen Worten ihre gleichgül⸗ tigſte Miene angenommen, aber das ewig unruhige Blut übergoß Stirne und Hals mit ſeinen Purpur⸗ flammen.
„Wie kommt es, daß die Gräfin Ruben ſich für eine ſo unbedeutende Perſon intereſſirt?“ fragte Klara ironiſch.
erwiederte Sappho, indem ſie Klara's Blick auswich. „Ja, Mamſell Kreuzer iſt wirklich recht hübſch,“ erwiederte Klara und begann nun von Helene zu ſprechen.
ich den bittern Gedanken nicht unterdrücken, daß das Unglück ihres Lebens von Ihnen aus ſeinen Ur⸗ ſprung nahm. Finden Sie deren Geſchick düſter und kummervoll, ſo laſſen Sie es ſich für die Zukunft zur
„Sie belieben zu ſchmeicheln, Frau Gräfin,“ ant⸗
„Man hat mir viel von ihrer Schönheit etzählt, ₰
„Wenn ich auf Helenens Leiden zurückblicke, kann
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