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„Die Sache iſt einfach die: der Lieutenant auf Lundagard hat eine Gouvernante oder Geſellſchafts⸗ mamſell oder Gott weiß was ſie ſonſt iſt, welche Kreuzer heißt und, wie man verſichert, ſehr ſchön ſein ſoll, obwohl ich das mit Beſtimmtheit nicht glauben möchte; ich habe ſie hier einmal bei dem Inſpector ganz flüchtig geſehen. Außerdem ſoll die Mamſell auch ſchön ſingen. Nun erzählte Frau Lin⸗ dal, der Graf habe ſich verzweifelt in ſie verliebt, ihretwegen Partien veranſtaltet und ſei unaufhörlich vorigen Sommer auf Lundagard geweſen. Man be⸗ hauptet, der Lieutenant habe ſich endlich veranlaßt gefunden, den Grafen um Einſtellung ſeiner Beſuche zu bitten, worauf dieſer aus der Gegend weggezogen ſei. Indeſſen kam er dieſes Jahr wieder, erneuerte ſeine häufigen Beſuche, bis Beckers ihn abermals zur Abreiſe beſtimmten. Frau Walden dient dem Grafen als Vertraute bei ſeiner neuen Liebe, nach⸗ dem er ihrer ſelbſt überdrüſſig geworden iſt. Sie iſt ſogar diejenige, durch deren Hand der Brief⸗ wechſel geht.“
„Und woher weiß man dies Alles?“ fragte Sappho und zerdrückte die Cigarre unter ihren zit⸗ ternden Fingern.
„Nun, durch die Dienſtboten,“ antwortete Me⸗
luſine. In dieſem Augenblicke trat ein Lakai ein
meldete, die Kammerräthin Scheller wünſche der Grä aufzuwarten.
Sappho ſprang mit einem Ausdruck wirklicher
Freude auf und begrüßte Klara bei ihrem Eintritt
mit wahrhaſter Herzlichkeit.


