264
Herzen wohnte und ſie zum Weibe in des Wortes edelſter und ſchönſter Bedeutung machte. Ihr Glaube war feſt und unerſchütterlich, ihre Zärtlichkeit hatte
keine Grenzen, und ihre Wünſche wandten ſich immer mit Hoffnung und Zuverſicht zu Gott.
XXXVIII.
Während die Zeit Hildur dem Tage näher brachte, da ſie Arvids Frau werden ſollte— die Hochzeit war auf den November ausgeſezt worden— während Arvid theils in Lundagard, theils in Liljedal ſich auf⸗ hielt und Gott allein weiß, welchen Träumen über⸗ ließ, die ihn ernſter, zuweilen heftig, oft ver⸗ änderlich von Gemüth machten; während Helene und Emy ſich immer feſter an einander anſchloſſen, und Klara mit einer gewiſſen Eiferſucht ſich über all' der Freundſchaft, womit Emy die arme Helene überhäufte, vergeſſen ſah, theilte Paſtor Wenborg ſeine Zeit zwiſchen ſeinen geiſtlichen Berufspflichten und Lunda⸗ gard, wohin denſelben ein geheimer Magnet zog.
Während Dieſes und noch viel mehr ſich auf Lunda⸗ gard entwickelte, wollen wir uns darüber unterrichten, wie das Leben ſich für die reiche und allmächtige Gräfin Sappho Ruben, die wir ziemlich lang außer Acht gelaſſen haben, geſtaltete. 1
Unſere kleine, verführeriſche Gräfin war zu An⸗ fang des Juni von ihrer Reiſe ins Ausland, welche ein ganzes Jahr gedauert hatte, zurückgekehrt.
Bei ihrer Rückkehr hatte ſie einige Beſuche bei ihren nächſten Verwandten, welche auf dem Lande


