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In einem Brief, welcher geſchrieben wurde, als Helene unwohl war und ſich in ſehr niedergeſchlage⸗ ner Gemüthsſtimmung befand, ſtanden folgende Worte
der Anhänglichkeit:
„Meine Gedanken haben Dich Tag und Nocht
umſchwebt und bald Unruhe, bald Hoffnung in ihrem
Schooße getragen; aber ich habe die Vorſehung ſo ſehr aus der Tiefe meines Herzens angefleht, uns noch nicht zu trennen, Dich für Dein Kind und mich leben zu laſſen, daß Gott, der ſo voll Güte iſt, ſicher⸗ lich mich erhören wird, obſchon der Tod Dir als ein willkommener Gaſt erſcheint, Dir, für welche Unglück und Sorge die wenigen Roſen, welche das Leben Dir bot, entblättert und nur Dornen zurückgelaſſen haben; aber zwiſchen dieſen Dornen, meine Freundin, hat Gott eine Blume ſproſſen laſſen— und das iſt Dein Kind! Schlägt nicht Dein Herz laut bei dem Gedanken an dasſelbe, und gibt es Dir nicht den geringen Muth zu leben ein? Ach! lebe für mich und für Ellen; denn ſie würde einſam ſtehen, wenn Du von hinnen gingeſt, und mein Herz würde ewig bluten, wenn ich Dich verlöre. Verlaß' Dich darauf, es gibt kein ſo qualvolles Leiden, keinen ſo bittern Schmerz, dem Gott nicht abhelfen wollte und könnte, wenn er uns geduldig und in ſeinen Willen ergeben findet. Deßhalb müſſen wir mit ganzer Seele auf ihn vertrauen. Er wird einſt unſer Leid in Freude verkehren.———————————
Der Geiſt, welcher aus dieſen Zeilen athmet, iſt der beſte Dolmetſcher für die warme Anhänglichkeit, für
den reinen und wahren Glauben, welcher in Emy's


