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Glaube in ihrem Blicke, daß Helene die Thränen in die Augen traten.
„Mit Dir an meiner Seite, unter dem Einfluß Deiner Worte, wird meine Seele beſſer, mein Herz weicher werden. Gott hat Dich mir gegeben, damit die Verzweiflung mich nicht zermalme. Aber, ſage mir, Emy, was iſt es, das Dich ſo viel beſſer als Andere gemacht hat?“
„Ich bin nicht beſſer als Andere,“ antwortete die ſonſt ſo ſtolze Emy mit einer ſo einfachen De⸗ muth, daß ihr dadurch nur noch ein neuer Reiz ver⸗ liehen wurde.„Nein, in meiner Bruſt ſchlägt ein Herz, ſchwach und von Leidenſchaften erfüllt; wenn ich aber in meinen Handlungen und in meiner Denk⸗ art nach einer gewiſſen Veredlung ſtrebe, ſo kommt dies daher, daß die Erinnerung an meine Mutter mir vor der Seele ſteht, als das Ideal, dem ich es gleich thun will. Beſize ich einige Tugenden, He⸗ lene, ſo ſind ſie aus den Lehren und dem Beiſpiele meiner Mutter hervorgegangen. Ol ich möchte den Tag nicht erleben, wo ich ihre Liebe und ihren Bei⸗ fall nicht verdiente; denn für mich iſt ſie nicht todt, ſie lebt, lebt und umſchwebt mich mit ihrem Geiſte.“
„Einy, Du biſt das lang geträumte Ideal, wor⸗ nach meine Seele ſich geſehnt hat, auf deſſen Auf⸗ findung ſie aber nicht hoffen zu dürfen glaubte.“
Helene ſchmiegte ſich inniger an die Freundin an.
XXXVII.
Täglich waren Helene und Emy beiſammen, und leztere war der erſteren ſo unentbehrlich geworden,
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