Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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XXXVI.

Wir laſſen einen Monat vorübergehen und wol⸗ len unterſuchen, wie es mit den unſerem Intereſſe empfohlenen Perſonen ſteht.

In einem der geringeren Gebäude auf Lunda⸗ gard, unweit des Flußufers, ſaßen in einem kleinen Zimmer Emy und Helene.

„Du fragſt mich, ob ich ihn wirklich geliebt habe,“ ſagte Emy und blickte träumeriſch durch das Fenſter. „Ach, Helene, ich liebe ihn in dieſem Augenblick ſo warm, ſo tief, ſo heftig, daß ich oft einen gewiſſen Schrecken über die gewaltſame Natur meiner Ge⸗ fühle empfinde. Jeden Tropfen meines Blutes wollte ich für ſein Glück und Wohlergehen vergießen.“

Auf Emy's ſonſt ſo ruhigem Angeſicht loderte

die Flamme glühender Leidenſchaft auf.

„Und dennoch haſt Du ihn verſtoßen?“

Helene betrachtete Emy mit einem ſchwärmeri⸗ ſchen Blicke.

„Ja, mein Gewiſſen, die Erinnerung an meine Muitter beſtimmte mich, alſo zu thun. O! Was die⸗ ſer Schritt mich koſtete, welchen furchtbaren Kampf ich mit meinem Herzen beſtand, das kann Niemand, Niemand begreifen, außer Dir, meine Helene,“ ſagte

Emy und ſchlang ihre Arme warm und innig um

dieſelbe.

„Und Niemand kann Dich inniger lieben als ich D! Wenn ich bedenke, wie meine Freundſchaft zu Dir mildere Gefühle in meine Seele zurückführt, dann iſt

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