Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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klärung in all der Finſterniß, die mich umgibt,“ flehte Helene mit angſtvoller Heftigkeit.„Ein ein⸗ ziges Wort, und ich werde Ihnen ewig, ewig danken.“ „Wenn ich es vermag.“

Der Paſtor war offenbar gerührt.

„War meine Mutter ſchuldig?“

Helene ſtieß dieſe Worte mit dringender, keuchen⸗ der Stimme heraus.

Der Paſtor ſchwieg. Helene faßte ſeine Hand, indem ſie hinzuſezte:

„O, es iſt eine Tochter, welche bittet, eine Toch⸗ ter, welche zehnmal ſterben wollte, nur um zu ihrem Sie ſagen zu können: Deine Mutter war nicht

huldig.

Kahn,“ antwortete Paſtor Wenborg mit

nildem Ernſte,“ was Sie begehren, kann ich nicht

erfüllen;— das Einzige, was ich Sie auf mein Gewiſſen verſichern kann, iſt, daß Sie mit voller Zuverſicht hoffen dürfen, Ihre Mutter in einer beſſern Welt wieder zu finden. Wer viel geliebt hat, dem wird auch viel vergeben; und Ihre Mutter hatte Sie ſo innig geliebt, daß Gott ſicherlich mit deren Fehlern Nachſicht haben wird. Sie war Ihrer Ach⸗ tung, Ihrer Zärtlichkeit würdig.“

„Dank!“ war Alles, was Helene zu antworten

vermochte, während ein Strom von Thränen über

die blaſſen Wangen floß. Emy's Wiedereintritt in den Saal machte dem Geſpräch ein Ende; aber es war als ob jene Worte

äine gewiſſe Ruhe über Helenens Gemüth verbrei⸗ tet hätten.

Schwart, Blätter a. d. Frauenleben. 1. 17