Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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der Wiege bis zum Grabe eine fortgeſezte Lüge zu bleiben?“

XXXIV.

Wir verſezen uns wieder nach Lundagard, aber einige Tage nach Helenens erſtem Beſuche daſelbſt.

Hildur ſaß ſo nett und fein auf der Schaukel⸗ bank an Emys Seite und arbeitete, aber heute war es mit Hildurs Fleiß nicht ſonderlich beſtellt, denn ſie horchte unaufhörlich auf jedes Geräuſch, welches von einem Fuhrwerke herzukommen ſchien, und warf die Augen beſtändig auf die Landſtraße. Aber nicht ein Wort der Erwartung oder Unruhe kam über ihre Lippen; im Gegentheil ſuchte ſie durch ihre Scherze Emy aufzumuntern welche, wenn ſie mit Hildur allein war, oder wenn Niemand auf ſie Acht gab, ſich ihren wehmüthigen Betrachtungen überließ.

Selma kam mit einem großen Schlüſſelbunde in der Hand zu ihnen heraus und ſprach mit höchſt unglücklicher Miene:

„Herr Gott, Hildur, es iſt doch immer recht un⸗ erträglich, wenn ich die Woche habe; da kommt jezt der Schuhmacher und bleibt vierzehn Tage hier, und gerade dieſe ſind mir zugefallen; aber das ſage ich Dir, Hildur, ich gehe durchaus nicht darauf ein, daß wir allemal zwei Wochen hinter einander haben. Nein, ich halte es nicht aus.“

Mit dieſen Worten warf Selma ſich auf die Bank.

„Du hältſt es nicht aus, arme Kleine; aber ver⸗ ſuche es nur, bedenke, daß Du jeden Mittag drei