Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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pen; Bitterkeit und Verachtung erhoben wieder ihre Stimme und ließen ſich folgendermaßen vernehmen:

„Tugend?— Gibt es eine ſolche noch? Nein, nein, Alles hat mich betrogen. Alles hat meiner geſpottet, und die Menſchen haben ihre Verachtung und ihren Fluch gegen mich geſchleudert, während ich ſelbſt gewiſſenhaft bemüht war, meine Pflichten zu erfüllen, und mit Ergebung mein Schickſal er⸗ trug; und ich— ich ſollte noch glauben, daß Etwas wie Tugend zu finden ſei? Arme Thörin, es gibt nur Verbrechen und Ungerechtigkeit. O meine Mutter, meine Mutter!“

Helene drückte die Kleine heftig an ihre Bruſt und brach in Schluchzen aus.

„Dein Vater, Dein armer Vater, mein Kind, welcher ſſo unglücklich war, er wurde ermordet— ermordet— von— meiner Mutter!— Nein, nein,

dem iſt nicht ſo, es war eine furchtbare Lüge!“

Und Helene brach in jene wilden Klagen aus, von welchen ihre kleine Tochter ſo oft Zeuge gewe⸗ ſen war.

Das Kind ſchlang ſeine Arme um ihren Hals und weinte, weinte darüber, daß es ſeine Mutter

weinen ſah.

So hatte Helene drei Jahre verlebt, unaufhör⸗ lich darauf bedacht, das entſezliche Unglück, das ſie betroffen hatte, ſich ins Gedächtniß zurückzurufen, und unvermögend, ſich einen Zweck für das Leben, oder einen Troſt in der Religion zu ſuchen. Nein, es war ihr ergangen, wie manchen Andern, welche

in Folge einer mangelhaften Erziehung keinen feſten

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und ernſten Glauben, kein tiefes und inniges Ver⸗